Freitag, 1. April 2016

[RPG-Blog-O-Quest] #007 April`16 – Krautfinanzierung

Die monatliche Questreihe dürfte ja inzwischen bekannt sein.
Dieses mal gefallen mir die Fragen besonders gut. Ich bin echt auf die Antworten der anderen Teilnehmer gespannt.

1. Wie bist Du auf Crowdfunding aufmerksam geworden?
Weiß ich nicht mehr genau, aber ich gehe davon aus das ich von der Existenz eines solchen Konzepts zuerst bei Google+ oder englischsprachigen RPG Blogs gelesen habe.

2. Welche Rollenspiel-Projekte hast Du bis jetzt unterstützt?
Ziemlich viele. Auf Kickstarter sind es wohl ~60 Projekte mit RPG Bezug.. 
Mein erstes unterstütztes Projekt waren die Dungeon Morph Dice. Danach hab ich mich unter anderem an Dwimmermount, Dungeon World, Hillfolk, Achtung Cthulhu!, Grim World, The Strange, Time WatchDracula Dossier, Blades in the DarkMutant: Genlab Alpha und jüngst Conan beteiligt. 
Dazu gesellen sich zahlreiche PbtA Projekte, ein paar PDFs, Reaper Miniaturen und Würfel.
Auf deutsch halte ich mich eher zurück, was wohl daran liegt das der deutsche Markt wenig Dinge produziert die mich ansprechen. Erwähnenswert sind hier eigentlich nur Eisengötter (trotz Pathfinder!) und die Kobold Press Handbücher.
Insgesamt unterstütze ich immer weniger Projekte. Die Versandkosten sind zu hoch, die Regals sind voll und zum spielen/lesen komme ich auch kaum.

3. Welche Rollenspiel-Projekte haben Dich nicht angesprochen und somit keinen Pledge erhalten?
Wie bereits oben erwähnt lassen mich die meisten deutschen Kickstarter kalt. 
Aus gut dokumentierten Gründen habe ich die nicht überarbeitete Wiederauflage einer schlechten Cthulhu Kampagne ignoriert.
Beim deutschen Numenera Projekt habe ich einen Euro gegeben um an der Übersetzungsumfrage teilzunehmen. Da alle Inhalte in der angekündigten Box enthalten sein sollen und ich auch kein wirklicher Fan der Orkenspalter bin, war mir das Ganze nicht mehr Geld im Voraus wert. Bei der schlechten Projektplanung war das wohl auch keine besonders schlechte Entscheidung. 
International sind mir die aktuellen Hype Projekte Kult, 7th Sea und Unknown Armies ziemlich Wumpe. Was wohl daran liegt, das ich keine verklärt nostalgischen Erinnerungen an diese Spiele habe.

4. Mit welchen Projekten hast Du negative Erfahrungen und wieso?
Das Ergebnis von Drachenväter fand ich super scheiße. Ein oberflächliches und schlecht recherchiertes Bilderbuch von ein paar Gelegenheitsrollenspielern. Da hab ich mir sehr viel mehr von versprochen.
"Schönes Bilderbuch" trifft Shadows of Esteren übrigens auch sehr gut. Die Regeln sind generisch, der Schreibstil anstrengend und soweit ich weiß ist der große Metaplottwist noch immer nicht aufgeklärt. 
Das oben genannte Dwimmermount ist inzwischen fertiggestellt, der Weg dorthin war allerdings auch ein langer Leidensweg.
Grundsätzlich ärgern mich die obligatorischen Verzögerungen bei Crowdfunding sehr. Wie kann man 5-stellige Beträge einsammeln und sich dann so krass verplanen? Ja sowas kann mal passieren, aber das passiert nahezu jeden! Alle halten immer schön die Hände auf, aber seine Versprechen an die Kunden und Fans halten die wenigsten ein. Wenn sowas bei andere Projekte mit solchen Finanzierungsdimensionen passiert hat das normalerweise Konsequenzen. Aber der gemeine Rollenspieler ist ja sehr gnädig und freut sich schon wenn am Ende überhaupt etwas erscheint.
Vielleicht sollte ich auch mal ein Crowdfunding starten, das Geld 2 Jahre anlegen und dann langsam mal anfangen. Schließlich gilt "Hauptsache das Ergebnis wird gut!" *facepalm*
An dieser Stelle auch mal Kudos an Ulisses. Die machen zwar nur Spiele die ich Kacke finde, aber ihre Projekte waren bisher immer sehr termingerecht und gut kommuniziert. Schade das dies die Ausnahme ist.

5. Welches Projekt möchtest Du gerne sehen?
Mir geht die "Quantität statt Qualität" Mentalität bei Crowdfundings auf den Keks. Da wird immer nur mehr drauf gelegt: Mehr Seiten, mehr Bilder, mehr Würfel, mehr Bücher! 
Warum nicht mal mehr Mühe und Arbeit in die Qualität stecken? Ich würde gern mal ein Stretchgoal der Marke "Wenn wir Betrag X erreichen, optimieren und testen wir stärker. Wir stellen die Regelmechniken, Texte und Abenteuer genauer auf den Prüfstand und machen das Produkt dadurch besser und 20% kürzer." 
Warum das nicht gemacht wird ist mir klar, aber ich würde sowas dennoch gerne sehen.

Konkret auf ein bestimmtes Projekt bezogen würde ich wohl eine Menge Geld auf ein deutsches Gumshoe oder PbtA werfen. Vorausgesetzt der richtige Verlag kümmert sich darum. Davon abhängig würde ich vielleicht sogar noch weiter gehen und mich als Mitarbeiter anbieten/-biedern.