Montag, 26. Januar 2015

Berge des Wahnsinns - Die Linse und die Suche nach Williams

Hier die Übersicht der bisherigen Berichte.
[Spielleiterkommentare in blau]

Als Vincent die Linse berührte wurden alle im Raum von einen gleißenden Licht erfasst. Wie ein einer Vision ziehen blitzlichartige Bilder unterschiedlicher Leben an ihnen vorbei; sie waren Bauer, Krieger, Sklave, König. 
Dann erwachten sie in einer langen Karawane, die sich durch die Straßen der Stadt schlängelte. Die Stadt war eisfrei, überall waren Pflanzen und Polwesen flogen in der Ferne zwischen den Türmen umher. Ihr bisheriges Leben war ihnen zwar schemenhaft bewusst, aber gleichzeitig sagte ihr Verstand instinktartig "Muss mein Gewicht weitertragen bis ich es ablegen soll" Sie waren teil der Karawane, die aus aus Vormenschen und langschnäuzigen "Kamelen" bestand. Geführt wurden sie von den schrecklichen Polwesen. Nach einen kurzen Moment stockte die Karawane und es kam weiter vorne zu einen kurzen Tumult. Plötzlich verstummten die Rufe der Vormenschen und das dissonante Pfeifen der Polwesen. Etwas später zog die Karawane an einen, sauber in der Mitte durchtrennten, Vormenschen vorbei.
Schließlich erreichten sie ein Gebäude an dem einige Traglasten abgegeben wurden. Eine große, fleischige, vieläugige Bestie nahm die Bündel an und verschlang beiläufig eins der größeren Tiere. Die bewachenden Polwesen schienen kurz erschrocken und irritiert, bekamen das Ungetüm aber gebändigt.
Nach dem Stop zog die Karawane weiter Richtung Fluss. Dann gab es wieder Unruhe, dieses mal war jedoch die ganzen Stadt betroffen. Viele Polwesen flüchteten vom Fluss weg. Viele Polwesen flohen trompetend in die Gebäude oder vom Fluss weg und nur einige Wenige postieren sich etwas weiter Flussaufwärts. Ohne ihrer Wachen löste sich die Karawane in einen heillosen Durcheinander auf. Vincent und Dr. Meyer nutzen die Gelegenheit zur Flucht und versteckten sich zwischen den Gebäuden. Sören und Adam blieben am Flussufer und beobachten das Geschehen. Etwas Schwarzes trieb im Fluss. Dieses schwarze, steife Etwas war für sie beide abstoßend und gleichzeitig auch anziehend. Es war ein widerwärtig, missgestalteter, steifer "Körper" mit schwarzen Fell. Die Polwesen eskortierten das Treibgut den Fluss entlang, hielten jedoch Abstand. Es schien fast als hätten sie Angst. Als der Körper an ihnen vorbei trieb sprang Adam in den Fluss. Die Polwesen trillerten ihm vergeblich ihre Kontrolrufe entgegen und dann berührte Adam die Gestalt.
Zuerst war er erleichtert, doch dann durchzog ihm ein eiskalter Schmerz. Adam bemerkte, das diese Gestalt nur ein winziger Teil eines titanischem Großen war. Und für einen Moment richtet dieses "Große", das nicht sein durfte, seine volle Aufmerksamkeit auf Adam Tyler. Um ihn dann zu verschlingen. 
[Mit diesem Teil des Abenteuers hab ich mich sehr schwer getan. In der "offiziellen" Version werden alle Charaktere in einen vormenschlichen Körper versetzt und haben keinerlei Kontrolle über diesen. Sie sind Zuschauer im Kopf des Vormenschen. Und der macht mit seiner Karawane erst einmal eine lange Sightseeingtour durch die Stadt und deren Untergrund. Es ist zwar möglich für kurze Momente (laut Buch für eine Runde) die Kontrolle des Körpers zu übernehmen. Aber selbst wenn dies versucht wird, lässt eigentlich erst die 2te Hälfte des Rundganges den Spielern etwas Handlungsspielraum. Mal ganz davon ab, dass der Wirt nach einer solchen Kontrollübernahme panisch wird. 
Dieser Abschnitt ist keine Railroad, das ist Beeing John Malkovich vorlesen.
Deshalb war ich auch geneigt die "Zeitreise" komplett zu streichen. Allerdings ist es auch eine schöne Szene um Informationen mal nicht über irgendwelche Wandgemälde zu vermitteln. Also hab ich versucht die Zeitreise auf die wichtigsten Informationen zu reduziert und den Spielern etwas mehr Handlungsfreiheit zu geben. 
Trotz der vielen Änderungen fühlte sich der Abschnitt auf der SL Seite irgendwie starr an. Das Spielerfeedback nach der Runde war aber durchaus postiv (oder gnädig ;) )  ]
Benommen erwachten alle wieder im Raum mit der Linse. Viele Worte wurden über das erlebte nicht ausgetauscht. Gemeinsam mit den Deutschen kehrten man wieder zum Lexington Lager zurück. Sören, Adam und Vincent schlugen vor ein gemeinsames Lager am Starkweather Moore Camp zurückzukehren. Doch so lange Williams und die Polwesen noch unterwegs waren, wollte man den Großteil der Ausrüstung nicht mit zu wenig Leuten zurücklassen. [Ich lies den Spielern die Wahl mit Interpersonal Ausgaben NSCs doch zum mitkommen zu überzeugen, aber die Punkte waren den Spielern zu kostbar.]
Um das Lager noch vor dem Erscheinen des Nebels zu erreichen musste die Gruppe einen Gewaltmarsch einlegen. Alle waren stark erschöpft, aber durch seitiges Einpeitschen von Vincent erreichten sie noch rechtzeitig das Lager am großen Platz. [So langsam gingen der Gruppe die Athletics Punkte aus. Für einen Punkt Intimidation, fürs Einpeitschen, konnte aber der Mindestwurf auf 3 gesenkt werden.] Dort angekommen werden kurz die wichtigsten Informationen ausgetauscht, bevor die drei erschöpft in die Zelte fallen.
Am morgen des 8.12. machen sich einige Gruppen auf die Suche nach dem Saboteur Kyle Williams. Eine Spur führte die drei bis auf die andere Flussseite. Dort wurden sie von Kyle, der sich oben in einen Gebäude versteckte, beschossen. Der noch immer vom vortätigen Marsch geschwächt Vincent wurde getroffen und schnell gingen alle in Deckung. Während Vincent aus seiner Deckung Kyle ablenkte schlichen die anderen beiden in des Gebäude und überwältigten ihn. Doch er gab nicht nach und griff sie immer wieder an, so das Vincent ihn aus sicherer Entfernung erschoss. Sterbend röchelte er nur nur noch "Southstation-Under… Washigton-Under... Bosten… Candle… Central... Havard...". Sören erkannte die Orte, es handelte sich um Stationen der Bostoner U-Bahn.
[Eine umfangreiche Beschreibung der Actionszene spare ich mir an dieser Stelle. Es gab einige Fireweapons, Stealth und Sense Trouble Tests. Vincent Erwähnenswert ist vielleicht, das ich Williams, wie im englischen Original, ein Gewehr gegeben habe und der Oral History Spend für die U-Bahn Info. Zum Schluss der Session ging es Adam Tyler vergleichsweise güt, während Vincent bei 0 Health und Sören bei -3 Stability stand.]

Sonntag, 18. Januar 2015

Berge des Wahnsinns - In Lexington's Stadtlager

Hier die Übersicht der bisherigen Berichte.
[Spielleiterkommentare in blau]

[Nach der letzten Session stand die Frage im Raum mit welcher Charaktergruppe weitergemacht werden sollte. Ich überließ den Spielern die Wahl ob wir mit den "Jungs fürs Grobe" im Lexington Camp oder mit den "Eierköpfen" im Starkweather-Moore Camp weiter spielen. Die Gruppe entschied sich für das Lexington Camp, was mich mit den Problem konfrontierte, das wir uns immer weiter von der Kampagne "as written" entfernten. Aber irgendwie fand ich es auch reizvoll von den Schienen der Kampagne loszukommen.]

Nachdem sich die drei in Lexington's Lager eingerichtet und versorgt haben, trafen kurz nach 5 Uhr Lexington und ihr Fotograf Priestley ein. Die Beiden waren sehr erleichtert darüber endlich Teilnehmer der anderen Expedition anzutreffen und berichteten, das ihr Pilot Kyle Williams seit dem Vortag vermisst wird. Er blieb im Lager zurück, aber als sie zurück kamen war er verschwunden und das Flugzeug schwer beschädigt. Die Deutschen haben sich natürlich an der Suche beteiligt, doch bisher sind sie auch noch nicht zurück gekehrt. Lexington hat das Gefühl, das die Deutschen noch weitere Pläne verfolgen [Reassurance].  Da Kyle's Rucksack noch im Lager war, ist er wahrscheinlich entweder geflohen oder entführt worden. Sören fand einige Schuss Pistolenmunition aber keine Pistole unter Kyle's Sachen, zumindest schien er bewaffnet zu sein [Evidence Collection].
Da Kyle, falls er geflohen ist, sich möglicherweise in der Stad verirrt haben könnte, kam die Gruppe auf die Idee ihn bei der Orientierung zu helfen. Hierzu positionierten sie sich auf dem Dach eines Gebäudes und versuchten Signale mit einen Spiegel abzusenden, um Williams so zurück zu lotsen. Zu ihrer Überraschung bekamen sie aber nicht von Williams eine Antwort, sondern vom Starkweather-Moore Lager. [Diese Entwicklung war wirklich schräg. Das Abenteuer sieht eigentlich vor, das sich die Camps nach einen ersten Treffen in der Stadt, zu einen regelmäßigen Kontakt über Signalspigel absprechen (natürlich in Abwesenheit der SCs). Ich hielt es für passender dieses Treffen entweder mit Spielerbeteiligung durchzuführen oder ganz raus zu streichen. Da die Spieler nun in Lexington's Lager waren, hab ich die Kontaktgeschichte schon abgehakt. Jetzt sind die Spieler aber selbst auf die Idee gekommen, also konnte der Kontakt wieder aufgegriffen werden. Im Unterschied zum Abenteuer befanden sind die Spieler zwar nun auf Lexington's Seite, aber es gab ja trotzdem etwas zu erfahren.] In ihrer Antwort berichtete das SME Lager, dass auch Dr. Greene vermisst wird. Da sich inzwischen der unnatürliche Nebel wieder zusammenzog, vereinbarte man eine erneute Kontaktaufnahme für den nächsten Morgen. [Regelmechanisch wurde die Spiegel-Kommunikation übrigens über Punktausgaben in Outdoorsman und Cryptography umgesetzt.]
Über Nacht wurde Vincent von einen Donnern in der Ferne aufgeschreckt. Eine Ursache konnte er aber nicht ausmachen. Bei der morgendlichen Kontaktaufnahme berichtete das Starkweather Lager, das Kyle Williams ins Lager eindrang, den Kopiloten Halperin angeschossen hat und eins der Flugzeuge in Brand setzte. Williams ist ihnen in der Stadt entwischt. Man überlegte nun die Lager zur Sicherheit zusammenzulegen, Acacia Lexington warf aber ein, dass man vorher auf jeden Fall die Deutschen finden sollte. Also schwärmten man aus.
Sören, Vince und Ace fanden die Deutschen in einen großen fünfeckigen Gebäude, mit spitzen Türmen an jeder Ecke. Dr.Meyer berichtete ihnen, das sie auf der Suche nach den vermissten Williams vom Nebel überrascht wurden und darum ihr Lager in diesem Gebäude aufschlugen. Nachdem sie von den Überfall auf das SME Lager erfuhren, stimmen sie zu, das man das weitere Vorgehen zusammen absprechen sollte. Aber vorher wollte Dr.Meyer ihnen noch einen interessanten Raum in diesem Gebäude zeigen. Er führte die drei in einen Raum in dessen Mitte Licht durch eine Linse geworfen wurde und so bewegte Bilder im Raum projizierte. In den Bildern war die Stadt zu ihrer Blütezeit zu sehen, doch bevor man sich das Schauspiel genauer ansehen konnten, berührte Vincent die Linse... 
[Die Gelegenheit seinen "Bad Luck" Drive zu triggern war einfach zu verführerisch :) ]

Montag, 5. Januar 2015

Berge des Wahnsinns - Währenddessen ...

Hier die Übersicht der bisherigen Berichte.
[Spielleiterkommentare in blau]

[In dieser Session übernahmen die Spieler die Rollen ihrer Ersatzcharaktere und wir spielten deren Erlebnisse des 6.12. durch. Folgender Bericht spielt also parallel zu diesem.
Dies hatte mehrere Gründe. Zum einen waren die Ersatzcharaktere noch ziemlich blass. Zum anderen biete die Kampagne mehr Material als in der, "by the book", verfügbaren Zeit nutzbar ist. Ganz unabhängig davon, fand ich die Idee als Experiment ganz reizvoll. Und selbstverständlich habe ich mein Vorhaben vorher mit den Spielern abgesprochen.

Erlebnisse in der Stadt

[Um die 3 "neuen" Charaktere nicht völlig im luftleeren Raum auftauchen zu lassen, hat jeder Spieler eine Szene mit einem Charaktererlebniss in der Stadt beschrieben. Zusammen haben wir uns daraus folgende mechanische Konsequenzen überlegt]
Der Pilot Adam "Ace" Tyler beschäftigte sich mit den Bildern und Schrifttafeln der Stadt, dies ermöglichte ihn zwar tiefere Einblicke, zerrte aber auch an seiner Stabilität. Vincent Teressa, der untergetauchte Gangster, verirrte sich Nachts im Nebel der Stadt. Auf der Suche nach dem Lager veränderte sich seine Wahrnehmung von Raum und Zeit. Er fand schlussendlich zwar wieder zurück, war jedoch von seinen Erlebnissen stark mitgenommen. Matrose Sören Lindström verbrachte einige sehr unruhige Nächte in der Stadt. Immer wieder träumte er von einen unheimlichen, schwarzen Turm im Eis.

Im Lager

Bevor eins der Flugzeuge am Folgetag zurückgeschickt werden sollte, wollten Starkweather und Moore wissen was aus Lexington und den Deutschen geworden ist. Einige Expeditionsmitglieder sollten sich auf die Suche machen. Ace Tyler meinte, nach der Landung in der der Stadt, Lexington's Flugzeug auf der anderen Seite des vereisten Flusses gesehen zu haben. [Das war ein wenig geretconned. Erschien mir aber sinnvoll, damit die Charaktere nicht völlig ziellos in der Stadt umherirren, sondern eine grobe Idee von der richtigen Richtung hatten.]
Sören, Vincent und Adam rüsteten sich also für die Suchmission aus. Man entschied sich auf eine höher gelegene Ebene, nahe der Berge, zu klettern und sich dann Richtung Fluss zu bewegen. Von dort oben hatte man einen guten Blick über die Stadt und da dort keine Gebäude standen, kamen die Drei auch sehr schnell voran. Am Fluss angekommen konnte Sören mit seinem Feldstecher, für einen kurzen Moment, eine Person in einem Polarparka im Labyrinth der Stadt auszumachen. Für eine Kontaktaufnahme war sie allerdings zu weit entfernt und verschwand somit wieder im Gewirr der Stadt.
In einer langwierigen Kletterei arbeiteten sich die Drei auf der anderen Flussseite wieder auf die höhere Ebene. Wäre Ace nicht so ein geübter Kletterer, hätte es hier sicher einige Verletzungen gegeben. [Massives Piggybacking zerrte an Ace's Athletics Pool, aber man wollte ja klettern]
Zwei Dinge konnten sie hier oben entdecken. Zum einen befand sich hier das ersten Gebäude auf dieser Höhe. Es war ein rechteckiger Bau, von der Größe eines Hangars, dessen Rückwand direkt mit der Bergseite abschloss. Zum anderem konnten sie unten in der Stadt Lexington's Flugzeug ausmachen.
Auf dem Weg zum Flugzeug warfen sie noch einen Blick in das Gebäude. Neben einigen Wandbildern der Polwesen gab es einen Höhleneingang, der "in den Berg" hinein führte. Die Gänge schlängelte sich in die Tiefe und je tiefer sie kamen desto wärmer wurde es. Sie erreichten eine große dunkel Höhle und Vincent meinte ein Geräusch zu hören. In der Hoffnung einen der Pinguine zu erbeuten, verteilten sich die drei leise mit gezogenen Waffen. Vincent verlor sich dabei etwa tiefer als die anderen in der Höhle [sein Drive ist Bad Luck, da passiert sowas halt :D ] und entdeckte einen verstümmelten Riesenpinguinkadaver. Ein Stück dahinter befand sich ein unförmiges, fleischiges Wesen von der Größe eines Kleinwagens, das leise Pfeifgeräusche von sich gab und sich rhythmisch auf und ab bewegte. Apathisch wand sich Vincent ab und ging zurück zu seinen Begleitern. [Er hatte hier mehr Glück als Verstand und schaffte sowohl die Stability, als auch die Stealth Probe.] Auf deren Nachfrage meint er nur, das es besser wäre zu gehen. Doch Sören und Ace wollten es genauer wissen. Das Ganze endete in einer heillosen Flucht durch die Tunnel. Ace gelang es zwar das Ungeheuer mit Dynamit auszubremsen, verletzte sich allerdings dabei. Nachdem Sören ihn notdürftig versorgte, machten sich die drei auf den Weg zum entdeckten Flugzeug.
Das Lager von Lexington und den Deutschen war verlassen. Wahrscheinlich waren sie noch in der Stadt unterwegs. Da es für eine Rückkehr zurück ins Starkweather Lager inzwischen viel zu spät war, nutzen die drei eins der Zelte um sich aufzuwärmen und auszuruhen. Bei einen flüchtigen Blick über das Lager, fand Ace im Flugzeug einige defekte Motorteile und stellte fest dass der Motor anscheinend sabotiert wurde und wichtige Teile fehlten. Was ist hier geschehen?
[Rückblickend  hätte ich vielleicht 2 Dinge anders lösen sollen: 1. der Shoggothe kam vielleicht etwas zu früh und 2. der Shoggothe war zu zurückhaltend. Aber bei dem "Tempo" das die Kampagne vorsieht ist es nicht verwunderlich wenn man als SL irgendwie trantütig wird :D]