Montag, 28. Juli 2014

Berge des Wahnsinns - Lake's Höhle

Hier die Übersicht der bisherigen Berichte.
[Spielleiterkommentare in blau. Dieses mal etwas weniger als üblich]

Dr. Burroughs arbeitete bis spät in die Nacht hinein an dem entdeckten Wesen. Als er sich endlich, im Dämmerlicht der tiefstehenden Polarsonne, auf den Weg in sein Zelt zurück machte, bemerkte er das der Generator noch lief und Lexington's Fotograf Priestley vor dem Funkzelt zu warten schien. Burroughs schlich sich an das Zelt heran und konnte mitanhören wie Arcacia Lexington Funksprüche in einer unbekannten Sprache absetzte. Später kehrte Burroughs noch einmal ins Funkzelt zurück und bemerkte, das die verwendete Funkfrequenz auf keines der Schiffe oder Basislager passte.
Burroughs informierte seine Zeltkameraden über seine Entdeckung. Man entschloss sich das Funkgerät abzuhören und weitere Informationen zu sammeln, bevor man den Expeditionsleiter Moore in die Sache mit hineinzieht. Um das Funkgerät abzuhören wurde ein verstecktes Kabel vom Funkzelt in ihr eigenes Zelt gelegt und mit einen Kopfhörer verbunden. [Gute Ideen, Electrical Repair und Preparedness führten hier zum Erfolg]
Im Laufe des 29.11 konnten 3 Zelte freigelegt werden. Bis auf Kleidungsreste und Feldbetten fand sich wenig Erhellendes. Am bemerkenswertesten war ein Notizbuch, aus dem alle Seiten herausgetrennt wurden und laut Stempel George Gatney, dem vermissten Teilnehmer der Miskatonic Expedition, gehörte.

Aus dem Basislager wurden endlich die letzten Teile des Peabody Bohrers angeliefert und noch in der selben Nacht wurde mit den Bohrarbeiten in die Ausgrabungshöhle begonnen. Am frühen Morgen des 30.11 konnte die Bohrmannschaft die Höhle freilegen und sofort machten sich alle auf den Weg dorthin. Die Lagermannschaft baute einen Seilzug auf, Lexington schoss zahlreiche Fotos und die Stimmung bei allen Beteiligten war aufgeregt und gespannt. 
Professor Gilmore war der Erste in der Höhle. Grün, Pastel, Grau, Beige und Glitzernd zeichneten sich deutlich die verschiedenen Gesteinsschichten an den Wänden ab. Der frei zugängliche Bereich der Höhle erstreckte sich auf ungefähr 10x10m. Dahinter begann ein farbenprächtiger Säulenwald aus Stalagmiten und Stalaktiten. Der Boden war aufgewühlt. Es befanden sich auch einige zurückgelassene Ausrüstungsgegenstände und Funde der Vorgängerexpedition hier unten. Nach und nach kammen weitere Expeditionsteilnehmer hinunter und nicht nur Gilmore und Moore waren völlig begeistert von den zahlreichen Gesteins- und Fossilenfunden in der Höhle. Nach einer ersten groben Sichtung, machten sich Gilmore, Burroughs und Sinclair auf den Weg tiefer in die Höhle. Auf ihren Weg erreichten sie die Höhle, in der Lake wahrscheinlich die Wesen entdeckte. Dort fanden sie einen eigenartigen, sternförmigen Schieferstein mit Punktmuster an den Spitzen. Die Höhle erstreckte sich noch weiter, aber Gilmore kam zu den Schluss, das die Höhle wahrscheinlich in einem unterirdischen Flusslauf enden wird und sich noch meilenweit unter die Berge ziehen könnte. [Geology] Darum entschloss man sich wieder umzukehren.

Gilmore beschäftigte sich weiter mit der Höhle und den Sternstein. Dabei stellte er fest, das der Stein, abhängig davon wie viele Personen sich in der Nähe befanden, Wärme abgab. Sehr ungewöhnlich.
Burroughs und Sinclair beschäftigten sich den Rest des Tages mit der Freilegung eines weiteren Zeltes. Als sich dieses von alleine halb aufrichtete, ahnte Dr. Sinclair bereits, dass ihn Schreckliches erwartet. Im Inneren bot sich den beiden Doktoren ein schrecklicher Anblick. Der Boden des Zeltes war mit gefrorenem Blut bedeckt. Die Spuren ließen darauf schließen, das im Zelt eine Vivisektion durch geführt wurde. Es lagen auch einige aufgeschlagene medizinische Bücher herum. Auffällig waren außerdem die zahlreich verteilten Streichhölzer, manche intakt, andere abgebrochen, angebrannt oder in kleine Stückchen zerbrochen. Etwas entfernt vom Zelt fanden sie im Schnee außerdem eine großes "Stoffteil", das aus verschiedenen Ursprungsstoffen mit Draht grob zusammengenäht wurde.  [Inzwischen hat Sinclair mit seiner niedrigen Stabilität zu kämpfen. Den anderen beiden geht es noch relativ gut.]
Bevor sich alle ins Nachtlager begaben, berichteten Moore und Lexington noch über Funk von ihren Funden in der Höhle. Die Entdeckungen in den Zelten wurden aber weiterhin nicht erwähnt.

Am morgen des 1.12 wurden die Expeditionsteilnehmer von Motorengeräuschen aus den Schlaf gerissen. Als sie ihre verschlafenen Gesichter nach draußen gen Himmel reckten, konnten sie 3 Flugzeuge im Landeanflug erblicken. Neben deutschen Hoheitskennzeichen trugen sie die Aufschrift „Barsmeier-Falken-Antarktisexpedition“.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Berge des Wahnsinns - Lake's Lager Teil 2

Hier die Übersicht der bisherigen Berichte.
[Spielleiterkommentare in blau.
Spätestens jetzt wurde es notwendig, das die Spieler die Berichte der Vorgängerexpedition gut kennen bzw. vorliegen haben. Ohne dies besteht die Gefahr, dass die Spieler/Charaktere unter falschen Annahmen wild herumspekulieren. Und hier scheitert das offizielle Kampagnenmaterial leider! Unter den zahlreichen Handouts gibt es keins, das die offizielle Geschichte übersichtlich darlegen. Am besten passt hier noch der Zeitungsartikel aus dem halboffiziellen Expeditionspack von Cthulhus Ruf. Leider ist das Zeitungsformat ziemlich unübersichtlich und schwafelig. Erfreulicherweise schwirrt im Internet ein Abschlussbericht der Vorgängerexpedition rum. Kudos an den Ersteller! Das gesamte Dokument ist für meinen Geschmack zwar auch zu lang, die Informationen aus dem Anfang (insbesondere Seite 5) sind aber gut aufbereitet um den Spielern die offizielle Geschichte noch einmal bewusst zu machen.]

Die gefundenen Spuren im Zelt gaben den 3 Entdeckern sehr zu denken. Die Menge des enteckten Blutes reicht für einen ausgewachsenen Mann. Durch abgleich der Blutgruppe mit den Unterlagen der Miskatonic Expedition konnte Dr. Sinclair drei mögliche Opfer identifizieren [Forensics/Medicine und ein erfolgreicher Prepardnesswurf]. Am nächsten Morgen berichteten sie Moore von ihren ersten Entdeckungen. Er war sichtlich überrascht, fühlte sich aber in seiner Skepsis bezüglich des offiziellen Berichts bestätigt. Die drei sollen aber weitere Spuren zu sichern, bevor man wilde Theorien aufstelle. Das nächste Zelt wurde vom Schnee befreit. Leider war dieses Zelt zusammengefallen und von einer Zentimeter-dicken Eisschicht bedeckt. Grob geschätzt würden sie den ganzen Tag damit verbringen den Inhalt des Zeltes freizulegen. [Jetzt wurden die Spieler kreativ. Zuerst kam der Vorschlag das Eis mit einen Parrabolspiegel zu schmelzen. Leider war der Preparedness Wurf nicht erfolgreich. Danach wollten sie aus Batterien und Drähe ein Schmelzgerät bauen. Aber auch hier scheiterten die Proben.]. Statt sich mit dem Eis zu beschäftigen, wurde das nächste Zelt freigelegt. Aber auch dieses Zelt war vereisst. Währenddessen entdeckte Prof. Moore, einige hundert Meter vom Lager entfernt, den Grabhügel der Vorgängerexpedition . Auf dem breiten Hügel aus Felsen und Eis war ein, mit Namen und Widmung beschriftetes, Holzschild angebracht. Das Grab der Teilnehmer der Miskatonic Expedition.
Da es mit dem Zelten nur langsam voran ging, schlug Moore vor einen der rätselhaften Eiskegel genauer unter die Lupe zu nehmen. Zu viert räumten sie den Schnee beiseite und machten eine unglaubliche Entdeckung. Ein Fund, den man auf den ersten Blick nur als biologisch beschreiben konnte. Das Wesen war über 2m hoch und stand senkrecht in einen Schacht im Eis. Es hatte eine ausgeprägte Tonnenform, an seinen oberen und unteren Enden befanden sich seesternförmige Auswüchse und es war offensichtlich stark beschädigt. Dies musste eins der Wesen sein, die Professor Lake in seinen Funksprüchen beschrieb. Alle waren über den Fund sehr überrascht und Morre und Burroughs waren völlig aus dem Häuschen, fast schon etwas hysterisch. Mit Verstärkung der anderen Expeditionsteilnehmer wurde der Fund ins "Biologiezelt" gebracht. Priestley, der Fotograf der Lexington Expedition, machte eifrig Aufnahmen von dem Wesen und Arcacia beglückwünschte Moore und seine Mitarbeiter. Dr. Burroughs begann sofort damit das Wesen zu studieren. Am wichtigsten schien die Frage worum was es sich handeln könnte und warum es so eigenartig vergraben wurde. Eine nahe liegende Theorie war, dass das Wesen vor Sturmschäden geschützt werden sollte. [Dieser Fund hatte selbstverständlich einen satten Stabilitätswurf zu folge und ich war voller Vorfreude auf die zu erwartenden Reaktionen. Und was passiert? Alle Spieler schaffen den Wurf und verlieren nur ihre die paar investierten Punkte! Na, die können noch was erleben!]
Während Burroghs mit der Untersuchung im Zelt beschäftigt war, wanden sich Dr. Sinclair und Dr. Gilmore wieder der Spurensuche im Lager zu. Aufgrund der Funde im ersten Zelt baten sie Doktoren Moore darum den Grabhügel zu öffnen zu dürfen und die Leichen zu untersuchen. Professor Moore war von der Idee, die Grabesruhe seiner verstorbenen Freunde und Kollegen frühzeitig zu stören, alles andere als begeistert. Sinclair konnte ihn aber davon überzeugen, das aufgrund der Gewaltspuren im Zelt eine Sichtung der Leichen schnellere Antworten liefern würde, als die langwierige Untersuchung der Zelte. [Da Moore die Untersuchung der Leichen eigentlich als allerletzte Maßnahme in Erwägung zieht, habe ich Sinclairs Spieler die Aktion 2 Punkte Reassurance kosten lassen. Ein hoher Preis, aber die zu entdeckenden Fakten waren dies wert]
Die Enthüllung der Körper zerrte stark an den Nerven der Beiden. Insgesamt fanden sie 11, in Zeltplane gewickelte, Leichen in sehr unterschiedlichen Zuständen. So ist einer wohl durch einen Genickbruch ums Leben gekommen und einen Anderen wurden die Unterarme sauber abgetrennt. Aber die meisten Körper waren zerstückelt, förmlich seziert und in ihre Bestandteile zerlegt. Nur die wenigsten konnten Identifiziert werden. Die Ursache für diese schrecklichen Funde waren völlig unklar, es war aber offensichtlich, das kein Sturm hierfür verantwortlich sein konnte. Der Bericht der Rettungsexpedition war voller Lügen!
Dr. Burroughs' Untersuchung des Wesens brachten zwar viel Erhellendes hervor, doch am Ende stand er mit mehr Fragen da als zu Beginn. Handelt es sich um ein Tier oder eine Pflanze? Ist es Amphibisch oder konnte es gar fliegen? Wie funktionieren Stoffwechsel und Fortpflanzung? Wie lange liegt es schon im Eis? Warum ist die Außenhaut so unglaublich robust? Aber trotz der vielen Fragen war für Burroughs klar, das hier eine der größten Entdeckungen der gesamten Wissenschaft gemacht wurde!
[Hier ist die Kampagne wieder einmal lieber schön zu lesen als spielleiterfreundlich. Die Beschreibung und Ergebnisse der Untersuchung der Wesen darf man sich aus verschiedenen Abschnitten der Fließtexte und des Anhanges zusammensuchen. Und oben drauf gibt es den Verweis auf Malleus Monstrorum und den Roman. Sorry, aber hier fühle ich mich wirklich verarscht! Warum gibt es nicht eine Auflistung der offensichtlichen Fakten + der zu gewinnenden Informationen, die man mit Probe XY raus bekommen könnte? Ein Textblock hätte es getan. An späterer Stelle funktioniert das zu einen anderen Thema doch auch (Band 2 S.114f). Vielleicht übertreibe ich etwas, aber es ist doch naheliegend, das einige SCs Wissenschaftler sind, die selbst Hand anlegen wollen. 
Eine andere Sache die unheimlich nervt: die Ausrichtung der Karte des Lagers. In den Beschreibungstexten werden oft die Himmelsrichtungen angegeben, blöderweise zeigt die Windrose nach linksoben (ca. WestNordWest). Das ist wirklich verwirrend und wird nicht besser dadurch, dass der magnetische Südpol sich laut Windrose unten befindet. Warum ist die Karte nicht einfach nach Norden ausgerichtet?
Dennoch gefällt mir der Teil um Lakes Lager wirklich gut. Die Spieler haben viele Freiheiten bei ihrem vorgehen und werden recht behutsam mit dem Mythos in Kontakt gebracht. Ich bin gespannt wie es weiter geht.]

Zum Schluss noch ein stimmungsvoller Trailer zum Film The Great White Silence